Zum Hauptinhalt springen

Das Sakrament der Ehe in unseren Gemeinden

"Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins.
Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen."

Mt 19,6

Als Zeichen der Verbindung geben sich die zwei liebenden Menschen vor Gott und der Gemeinde das Versprechen der Treue.

Zu einer sakramentalen Ehe gehören notwendig drei Elemente:

  • das Jawort in Freiheit
  • die Bejahung einer lebenslänglichen, ausschließlichen Verbindung und
  • die Offenheit für Kinder

Das Tiefste an einer christlichen Ehe ist aber das Wissen des Paares: Wir sind ein lebendiges Abbild der Liebe zwischen Christus und der Kirche.

Die Forderung der Einheit und Unauflöslichkeit richtet sich zunächst gegen die Polygamie, in der das Christentum einen fundamentalen Verstoß gegen die Liebe und die Menschenrechte sieht; sie richtet sich auch gegen das, was man "sukzessive Polygamie" nennen könnte: eine Folge von unverbindlichen Liebesbeziehungen, die nicht zum einem, großen, nicht mehr revidierbaren "Ja" finden.
Die Forderung nach ehelicher Treue beinhaltet die Bereitschaft zu einer lebenslangen Bindung, die Liebesbeziehungen neben der Ehe ausschließt. Die Forderung nach Bereitschaft zur Fruchtbarkeit meint: Ein christliches Ehepaar ist offen für die Kinder, die Gott ihm schenken möchte. Paare, die kinderlos bleiben, sind von Gott gerufen, auf andere Weise "fruchtbar" zu werden.
Eine Ehe, in der eines dieser Elemente bei der Eheschließung ausgeschlossen wurde, kommt nicht zustande.

Die Ehe ist dreifach unauflöslich. Einmal, weil es dem Wesen der Liebe entspricht, sich vorbehaltlos gegenseitig hinzugeben; dann, weil sie ein Abbild der bedingungslosen Treue Gottes zu seiner Schöpfung ist; und sie ist noch einmal unauflöslich, weil sie die Hingabe Christi an seine Kirche darstellt, die bis zum Tod am Kreuz ging.

In einer Zeit, in der vielerorts 50 Prozent aller Ehen geschieden werden, ist jede Ehe, die hält, ein großes Zeichen - zuletzt eines für Gott. Auf dieser Erde, auf der so vieles relativ ist, sollen Menschen an Gott glauben, der allein absolut ist. Darum ist alles Nichtrelative so wichtig: jemand, der absolut die Wahrheit sagt oder absolut treu ist. Absolute Treue in der Ehe bezeugt weniger die menschliche Leistung als die Treue Gottes, der auch dann noch da ist, wenn wir ihn in jeder Hinsicht verraten und vergessen. Kirchlich heiraten heißt: mehr auf Gottes Hilfe als auf den eigenen Vorrat an Liebe zu vertrauen.

Nicht jeder ist zur Ehe berufen. Auch allein lebende Menschen können ein erfülltes Leben haben. Manchen von ihnen zeigt Jesus einen besonderen Weg; er lädt sie ein, "um des Himmelreiches willen" (Mt 19,12) ehelos zu leben.


Wenn auch Sie den Bund der Ehe eingehen möchten, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit dem Pfarrbüro auf. Wenn Sie nicht sicher sind, zu welcher Pfarrgemeinde Sie gehören, können Sie im Internet nachschauen. Der Pfarrer wird mit Ihnen einen Gesprächstermin vereinbaren, bei dem alle weiteren Fragen geklärt werden können.

Wenn möglich, bringen Sie bereits zu diesem Termin Ihren Taufschein mit. Den Nachweis über Ihre Taufe bekommen Sie von der Kirchengemeinde, in der Sie getauft wurden.

⇒ Das Sakrament spenden sich die Eheleute gegenseitig, indem sie sich die Treue versprechen. Der Geistliche assistiert als Vertreter der Kirche und bestätigt den Ehebund. Diese Aufgabe kann ein Priester oder ein Diakon wahrnehmen.

⇒ Heiraten ein katholischer und ein evangelischer Partner(in), gibt es die Möglichkeit einer katholischen Trauung unter Anwesenheit eines evangelischen Pfarrers oder einer evangelischen Trauung unter Anwesenheit eines katholischen Geistlichen.

Benötigt werden

  • Taufschein (in der Taufgemeinde zu beantragen)
  • Ehevorbereitungsprotokoll (wird im Vorgespräch mit dem Priester der Wohnsitzpfarrei ausgefüllt)