Geschichte

Wallfahrtskirche

Patrozinium: Mariä Himmelfahrt (15. August)

Baugeschichte.

Im Jahre 1644, als der Dreißigjährige Krieg wütete, errichteten im Spiel die beiden Hirtenbuben Hans Steinmetz und Johann Popp auf der Roßweide nordwestlich von Freystadt eine kleine Kapelle aus Lehm und Riegelwerk, zu der Sarah Frank ein Marienbild schenkte.

Bald waren die hier gesammelten Opfergelder so angewachsen, daß die beiden Jungen mit ihren Kameraden in ihrer Freizeit mit dem Bau einer Steinkapelle beginnen konnten, die aber infolge der Kriegswirren und eines amtlichen Verbotes unvollendet blieb.

Auf Initiative des Freystädter Bürgermeisters Friedrich Kreichwich konnte jedoch 1664 – 1667 eine solche Kapelle aufgeführt werden, für die er das heute noch erhaltene Gnadenbild schnitzen ließ. 1669 wurde ein Langhaus angefügt; am 28. September 1670 erfolgte die Weihe.
Ein 1681/86 geplanter Neubau des Chors kam nicht zustande.

Da dieses Kirchlein wegen mangelhafter Fundamentierung und feuchten Standorts inzwischen baufällig geworden war, entschloß man sich zur Errichtung eines neuen Gotteshauses:
Am 27. Februar 1699 legte Maurermeister Georg Martin Puchtler aus Lengenfeld bei Velburg Pläne und einen Kostenvoranschlag vor. Im Herbst jenes Jahres beauftragte damit der Großneffe des berühmten Generals Tilly, Ferdinand Lorenz Franz X. Graf von Tilly, dessen Familie 1627 – 1724 u.a. die Kurfürstlichen Ämter Freystadt und Holnstein innehatte und der als Grund- und Gerichtsherr zugleich Bauherr war, den für ihn seit 1696 tätigen Architekten Giovanni Antonio Viscardi und ließ Baumaterial herbeischaffen.

Am 26. August 1700 legte der Neumarkter Dekan Christoph von Schwaben den Grundstein. Die örtliche Bauleitung hatte Viscardis Vetter Antonio Andreota; der verantwortliche Steinmetzmeister war Hans Georg Rössl aus Stadtamhof; Motor und Seele des Unternehmens Johann Adam Kleinmeyer, Gräflich Tillyscher Richter und Spitalverwalter in Freystadt.

Durch den Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges kam der bis zum Dachgesims gediehene Bau 1703 für fünf Jahre zum Erliegen; die Mauern mußten notdürftig abgedeckt werden.

Grundriß der Wallfahrtskirche

Am 11. März 1708 wurde mit Pietro Francesco Appiani ein Vertrag über die Stuckierung geschlossen, ohne daß ein Gesamtkonzept für die Innenausstattung der Kirche vorlag. Nachdem im Juni desselben Jahres Zimmermeister Kaspar Hölzl aus Lengenfeld die Holzkuppel vollendet hatte, folgte am 26. Juli der Kontrakt mit Georg Asam bezüglich der Freskierung. Ebenfalls 1708/09 lieferten die Schreiner Ulrich Frieß aus Freystadt und Weber aus Stadtamhof Türen, Beicht- und Kirchenstühle, deren Laubwerk Bildhauer Johann Georg Voraus aus Berching fertigte. Obwohl noch Altäre und Orgel fehlten, wurde die Kirche, die bis dahin rund 17.000 Gulden gekostet hatte, am 3. September 1710 von dem Eichstätter Weihbischof Johann Adam Niebler konsekriert.

1710 – 1714 führte man nördlich der Kirche für die Franziskaner, die seit 1681 – zunächst aus Dietfurt aus – die Wallfahrt betreuten, Klostergebäude auf. 1716 wurden Verträge mit dem Ingolstädter Kaspar König über eine Orgel und mit Jacopo Appiani, dem jüngeren Bruder des Pietro Francesco, über zwei Seitenaltäre geschlossen. Im Juli 1824 setzte der Freystädter Schlossermeister Konrad Kölbich das Eisengitter an de Vorhalle ein; zwei Jahre später wurde der obere Choraltar aufgestellt, den – wie schon 1709 den unteren – die Werkstätte Johann Peter Geißlehners in Amberg ausgeführt hatte, diesmal nach einem Entwurf P.F. Appianis.

1754 gossen Joseph Neumayr, Stadtamhof, und Christian Viktor Herold, Nürnberg, für Freystadt je eine Glocke.

Im Jahre 1802 wurde der Franziskaner-Konvent aufgehoben. Der Kgl.-Bayer. Generalmajor Carl Ernst Freiherr Griessenbeck von Griessenbach, an dessen Großvater ein Epitaph in der Vorhalle erinnert, konnte damals gerade noch den Abbruch der Wallfahrtskirche verhindern. Dank König Ludwig I. konnten die Franziskaner im April 1836 wieder in Freystadt einziehen, wo sie bis heute segensreich wirken. 1855/60 wurde die Kirche mit Schieferplatten anstelle der bisherigen Schindeln eingedeckt. 1865 wurde der barocke Hochaltar beseitigt. Nachdem der Bau 1876 wegen Einsturzgefahr der Kuppel geschlossen werden mußte, unterzog man ihn 1877 – 1879 einer durchgreifenden Restaurierung, wobei nun auch die barocken Seitenaltäre durch neuromanische ersetzt und die Asam-Fresken von Georg Lang, Deining, übermalt bzw. ergänzt wurden.

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Innenansicht

1950 – 1952 wurden im Zuge einer Außeninstandsetzung Kuppel und türme mit Kupferblech gedeckt. Bei der 1954 – 1959 durchgeführten Innenrenovierung legte Erwin Vogt, München, die Asam-Fresken – soweit noch vorhanden – frei, nicht jedoch die zugehörigen Inschriften; die Bilder Langs in den Medaillons der unteren Diagonalkonchen wurden übertüncht. Damals auch gestaltete der Münchner Bildhauer Hans Osel (geb. 1907) die Chorwand neu. 1975 wurde in den rechten Seitenaltar ein Schrein mit dem Gnadenbild eingefügt. Bei der jüngsten Restaurierung durch die Fa. Hugo Preis, Parsberg/Regensburg, 1980 – 1984 wurde die Raumschale nach ursprünglichen Befunden gefaßt; dabei festigte man die Deckenfresken, stimmte Fehlstellen ein und deckte die Inschriften sowie drei der vier Lang-Medaillons auf. Seitdem erstrahlt die Kirche wieder in ihrem barocken Glanz.

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Baubeschreibung

Schon die Lage der Wallfahrtskirche auf freiem Feld in Sichtweite der Stadt erinnert an Italien, man denke nur S. Maria della Croce vor Crema, an S. Maria della Consolazione vor Todioder an S. Biagio vor Montepulciano bis hin zu den marianischen Bergheiligtümern vor Vicenza, Bologna oder Turin. All diese Kirchen sind kuppelüberwölbte Zentralbauten.

In Mariahilf vor Freystadt erhebt sich die dominante, aus Holz konstruierte und heute mit Kupferblech gedeckte Halbkugelkuppel mit schmalem fensterlosem Scheintambour über einem im Grundriß quadratischen Kernbau aus unverputzten rötlichen Sandsteinquadern, der von einem ebensolchen, zweiachsig symmetrischen Kreuzbau mit ungleich langen, aber gleichwertigen Armen mit Walmdächern durchdrungen ist. Dementsprechend weist die Kuppel über den Kreuzarmen je eine giebelbekrönte Lukarne auf. Eingefaßt, nicht jedoch beeinträchtigt wird die Kuppel von vier zweigeschossigen Rechtecktürmchen, deren Kanten abgeschrägt sind und deren glockenförmige Hauben die flachere der Kuppellaterne vorbereiten; die Türmchen steigen über den polygonalen Eckendes Kernbaus fast wie Strebepfeiler auf. Trotz dieser Vielfalt von Körpern wirkt der Außenbau aus einiger Distanz geschlossen, wozu am Untergeschoß die Abschrägung der kanten und die gleichmäßige Gliederung durch toskanische Pilaster und ein am Dachansatz umlaufendes, attikaartiges Gesims beitragen.

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Halbkugelkuppel

Dennoch erscheint der Innenraum nach Durchschreiten der niedrigen Vorhalle wesentlich einheitlicher: Die integrierende Kraft der (lichterfüllten) Kuppel setzt sich hier im gleich hohen Unterbau fort, da die Ecken zwischen den Kreuzarmen zu Diagonalkonchen (von halber Kreuzarmbreite) ausgehöhlt sind, deren gestelzte Bögen wie die Arkaden der Kreuzarme an den Scheintambour der Kuppel reichen. Dadurch entstand eine oktogonale, im regelmäßigen Wechsel von zwei verschiedenen breiten und unterschiedlich hellen Arkaden rhythmisierte Wandpfeileranlage, deren Kanten mit kannelierten korinthischen Säulen besetzt sind und deren Mauerzungen sich in den Rippen der Kuppel fortsetzen. Die Vertikaltendenz des Raumes wird durch Emporen (in den Diagonalnischen bzw. im westlichen Kreuzarm), Gesimse und Scheintambour gemildert, ist aber durch das Fehlen des ursprünglichen Hochaltars heute stärker. Typisch für Viscardi ist, daß Sockel und Gebälk der Säulen die rechtwinkelige Kreuzform des Baus markieren und dadurch aus dem vorherrschenden Arkadenoktogon herausgedreht sind. Eine weitere zukunftsweisende Eigentümlichkeit von ihm ist, daß er an den Stirnseiten der Querarme die Wandgliederung nicht fortführt, wodurch dort die Raumgrenze – zumal im Gegenlicht – nicht mehr genau bestimmbar ist.

Der Stuckdekor Pietro Francesco Appianis von 1708/09 ordnet sich der Architektur unter: Er akzentuiert Bauglieder, rahmt Fresken, Nischen und Felder und füllt Flächen. Auffallend ist die üppige Blumengirlande, welche die Arkaden des Kuppelraums begleitet und zusammenfaßt. Die überwiegend vegetabilen Formen (wie Akanthus, Eichenlaub, Palmwedel, Lilien oder Rosen) sind mit figürlichen (Putten, Karyatiden) durchsetzt; dazwischen auch Früchtevasen, Muscheln, Gebälkstücke, Kartuschen; z.T. ist ihr Bezug zur Kirchenpatronin offensichtlich. Im ganzen besitzt der Stuck der in den Kreuzarmen seine größte Plastizität erreicht, nicht mehr die prunkvolle Schwere italienischer Provenienz sondern ist unter französischem Einfluß etwas feiner, zurückhaltender geworden, gefaßt oder hinterlegt mit zarten Farbtönen (Grau-Blau, Rosa, Gelb). Das Gold, das seit der jüngsten Restaurierung wieder "aufgeblitzt" ist, verleiht der Raumschale Glanz und Leben. Über den Kuppelfenstern erscheinen im Strahlenkranz: Kelch mit Hostie (= Eucharistie; über dem Altarraum), brennendes Herz (= Liebe; gegenüber), Monogramm Jesu und ligierter Schriftzug Mariens (seitlich). In den Nischen der Kreuzarme stehen sich paarweise Stuckstatuen gegenüber, von einer Muschel nimbenartig hinterfangen: im Westen Mariens Stammväter Abraham und David, im Norden ihre Eltern Anna und Joachim, im Süden ihre Verwandten Elisabeth und Zacharias sowie im Osten deren Sohn Johannes der Täufer und der hl. Joseph als Bräutigam Mariens.

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Errichtung der ersten Steinkapelle

Die Fresken, ursprünglich ein Zyklus wohl von 50 Decken- und Wandgemälden (ohne Kanzel) mit Szenen aus dem Leben Mariens (und Jesu), sinnbildlichen Aussagen über Mariens Wesen und Stellung im Erlösungswerk Christi und der Entstehungsgeschichte der Freystädter Wallfahrt, sind 1708/09 von Georg Asam und seinen Söhnen Cosmas Damian und Egid Quirin ausgeführt worden, wobei die Entwürfe sämtlicher Bilder wohl vom Vater stammten, die Zwickelbilder aber hauptsächlich von den Söhnen gemalt sein dürften. Darüber hinaus ist deren Mitarbeit in Details der übrigen Fresken erkennbar, etwa bei dem steinetragenden blonden Jungen des Vorhallenbildes, der wesentlich fortschrittlicher, malerischer erscheint als die eher graphischen Figuren Georg Asams. Von diesen Asam-Fresken haben sich noch 33 erhalten; die Gemälde der Kuppel und unter den Emporen der Diagonalkonchen wurde 1878 wohl nach den Asamschen Vor-Bildern von Georg Lang geschaffen. Dem umfangreichen Bildprogramm, das auch in enger Verbindung mit der Figuralplastik des Stucks steht, ist z.T. die "Symbolgraphia" des Jacobus Boschius von 1701 zugrunde gelegt. An der Decke der Vorhalle ist – zur Einstimmung – die Errichtung der ersten Steinkapelle vor Freystadt 1664 dargestellt. Nach dem Durchschreiten des Abschlußgitters erscheint über dem westlichen Kreuzarm Maria als Helferin der Christenheit zwischen den beiden erläuternden Emblemen der offenen Himmelspforte und der Henne, die ihre Küklein vor dem Raubvogel schützt; die seitlichen Wandmedaillons zeigten einst die Opferung Isaaks durch Abraham sowie den Kampf Davids gegen Goliath, bezogen sich somit auf die Nischenstatuen der Stammväter Mariens. – Am Gewölbe des nördlichen (linken) Querarms, also über den Stuckfiguren von Joachim und Anna, ist die Geburt Mariens abgebildet, die seitlich als Ende der Sintflut und als Sonnenaufgang, d.h. als Anbruch einer neuen hoffnungsvollen Zeit kommentiert wird. Die Szenenfolge aus dem Marienleben setzt sich im gegenüberliegenden (südlichen) Kreuzarm mit dem Tempelgang Mariens fort, die durch diesen Schritt – gemäß den zugehörigen Emblemen – nun gleich der reifenden Traube im Glas bzw. den zarten Bäumchen im Gehege behütet ist. – Über dem Chor ist Maria als Immaculata, als Frau ohne Erbsünde, vor Augen geführt und als solche mit einer Rose unter Dornen bzw. mit einer rein weißen Schneelandschaft verglichen; die Medaillons an den Seitenwänden waren ursprünglich mit dem Traum des hl. Joseph und der Predigt des hl. Johannes d.T. freskiert, entsprechend den Nischenfiguren darüber.

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Geburt Christi, Fresko von G. Asam über dem linken Seitenaltar

Der Zyklus des Marienlebens geht weiter im Kuppelfeld über dem linken Seitenaltar mit der Verkündigung an Maria, wobei die Muschel darunter, die, nach Physiologus vom Morgentau befruchtet, die Perle gebiert, schon die Folge der Einwilligung Mariens andeutet, und logischerweise ist unten an der Emporenbrüstung in derselben Achse die Geburt Christi dargestellt.

Im Kuppelfeld über dem rechten Seitenaltar sieht man die Vermählung Mariens mit Joseph; dementsprechend halten im Emblem darunter zwei Turteltauben gemeinsam einen Ring im Schnabel, während hinter ihnen Bienen, Sinnbild der Jungfräulichkeit Mariens, schwirren; an der zugehörigen Emporenbrüstung erscheint das hl. Paar bei der Anbetung der Hl. Drei Könige. Über der südwestlichen Diagonalkonche ist der Besuch Mariens bei ihrer Base Elisabeth (die mit ihrem Gemahl Zacharias auch in den Stuckstatuen des angrenzenden Querarms repräsentiert ist) abgebildet; in Anspielung auf die Schwangerschaft beider Frauen wird darunter ein "mit süßer Fracht" beladenes Schiff gezeigt, während an der entsprechenden Emporenbrüstung auf eine weitere Reise der Gottesmutter und ihres Sohnes vorausgewiesen wird: auf die Flucht nach Ägypten. Im letzten Kuppelsektor ist die Reinigung Mariens im Tempel (40 Tage nach Christi Geburt) der Taufe Jesu vorangestellt, wobei Spiegel und Säule als Sinnbilder für Reinheit und Glaubensstärke Mariens stehen.

Zwischen der Schutzmantelmadonna im Westen und der Immaculata im Osten ist in den Zwickelfresken Maria in alttestamentarischen Bildern (vor allem aus dem Hohen Lied und dem Buch des Jesus Sirach) – links hinten beginnend und im Uhrzeigersinn fortfahrend – als schön wie der Mond, als alles überragende Zeder des Libanon, als Rosenpflanzung von Jericho, als makellose Freundin Christi, als Pforte des Herrn, als Stern aus Jakobs Haus, als Morgenröte und als leuchtende Sonne gepriesen. Außerdem wird Maria in den Kartuschen am  Scheitel der Querarmfenster als überaus wertvoller Edelstein bzw. als überreicher Gnadenbrunnen gerühmt. Über den Diagonalnischen sind Marienblumen angebracht.

Am Gewölbe unter den Emporen der Diagonalnischen sind heute wieder drei der vier Heiligenbildnisse Georg Langs zu sehen: die Eichstätter Bistumspatronin St. Walburga (über dem linken Seitenaltar; ihr Bruder St. Willibald über dem rechten Seitenaltar ist zerstört) und die reuigen Sünder Petrus und Maria Magdalena (über den Beichtstühlen). – Über der Orgel ist ein Engelskonzert dargestellt; es ist das einzige Asam-Fresko in Freystadt, das unversehrt auf uns gekommen ist. – Im Deckenbild über dem Hochaltar halten Engel eine lateinische Weiheinschrift an die Hlst. Dreifaltigkeit und die Jungfrau Maria; das Chronogramm ergibt die Jahreszahl 1708, die auch am Schlußstein des Westportals angebracht ist.

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Ausstattung.

Der um neun Stufen über den Zelebrationsaltar erhobene Hochaltar ist eine Komposition von Hans Osel von 1957 und nimmt das Thema des 1865 beseitigten Barockaltars wieder auf: Von neun Engeln (wohl den Vertretern der Engelschöre) umschwebt, fährt Maria zum Himmel auf, wo sie im Strahlenkranz vor dem Chorwandfenster von der Taube des Hl. Geistes und von Gottvater – beides barocke Bildwerke aus der Schloßkirche in Kornburg (Nürnberg) – empfangen wird. Der Barocktabernakel stammt aus Kottingwörth. – Ebenfalls aus Kornburg kam in den 50er Jahren der rechte Seitenaltar, ursprünglich der hl. Mutter Anna geweiht, der 1975 zum Gnadenaltar umgestaltet wurde und seitdem anstelle eines Gemäldes den Schrein mit der Muttergottesstatue von 1664 umschließt. Der linke Seitenaltar, stand ursprünglich im Institut der Englischen Fräulein zu Eichstätt und ist – wie das Barockbild zeigt, der Hl. Familie gewidmet.

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Hochaltar

Zur Originalausstattung der Kirche gehört die wuchtige Stuckkanzel von P.F. Appiani, 1709, am Eingang zum Chor. Der Schalldeckel mit dem Pelikan darauf – Bild für die sich aufopfernde Liebe Christi und meist an Tabernakeln dargestellt – wird von zwei kleinen, vergoldeten und versilberten Engeln gestützt; die Rundbogenfelder des rechteckigen Kanzelkorbs wurden wohl von C.D. Asam mit den vier Evangelisten bemalt. Die acht Beichtstühle und die Kirchenbänke wurden 1708/09 von dem einheimischen U. Frieß und von Weber aus Stadtamhof gefertigt; das Akanthusschnitzwerk daran von J.G. Voraus in Berching. – Das kunstvolle Gitter der Vorhalle mit den Monogrammen Jesu und Mariens ist das Werk des Freystädter Schlossermeisters J.K. Kölbich von 1724.

An den Wänden sind mehrere Holzstatuen des 18. Jh. Angebracht: zwischen den Säulen beiderseits der Einmündung des westlichen Kreuzarmes die hll. Georg und Johannes von Nepomuk; an der Stirnseite des nördlichen Querarms der hl. Franz von Assisi zwischen den Schutzpatronen des Dritten Ordens, St. Elisabeth von Thüringen und dem hl. König Ludwig von Frankreich; an gleicher Stelle im Kreuzarm gegenüber der hl. Antonius von Padua zwischen dem hl. Kirchenlehrer und Kardinal Bonaventura und dem hl. Johannes v. Capestrano, dem Gründer des Franziskanerklosters auf dem Möninger Berg bei Freystadt, - Hinweis auf die jahrhundertelange Betreuung der Freystädter Wallfahrt durch diesen Orden; das Pendant zur Kanzel bilden ein gutes Barockkreuz.

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Gnadenaltar

In der Vorhalle einige Epitaphien von Patronatsherren und Wohltätern der Kirche: u.a. von Joh. Wolfgang Michael von Hodln (gest. 1731), Joh. Franz Balthasar Griesenbeck, Frhr. Von Griessenbach (gest. 1751), Philipp Graf von Preysing (gest. 1766); der Reichsadler Kaiser Karls VII. mit Wappenkartusche und Putto, ein polychromes Holzbildwerk Ignaz Günthers, stammt von einem Epitaph für Maria Anna C.W.F. Freifrau von Schycker (gest. 1757). – Zwei Tafelgemälde erzählen als Ergänzung zum Deckenfresko in Wort und Bild die Wallfahrtsgeschichte. – Die jetzige Orgel ist ein Werk von Johannes Strebel, Nürnberg (1832 – 1909).

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Würdigung

Die Wallfahrtskirche Mariahilf bei Freystadt ist als der geschlossenste Zentralbau des von Italien geprägten bayerischen Hochbarock nicht nur Höhepunkt, sondern auch Initialwerk: Die Verschmelzung von Längs- und Zentralbau, die Einfügung von diagonalen Anräumen oder auch die Gestaltung der Raumschale sind Lösungen, die von den süddeutschen Kirchenarchitekten des 18. Jh., vor allem von Johann Michael Fischer, aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. In abgeschwächter Form trifft diese Vorreiterstellung auch auf die Ausstattung zu: Der Stuck P.F. Appianis läßt bereits französischen Einfluß spüren; erstmals tritt bei den Fresken der persönliche Stil von C.D. Asam zutage. Eine Besonderheit ist darüber hinaus das umfangreiche Bildprogramm, in dem Leben, Geheimnis und Hilfe Mariens vor Augen geführt und erläutert werden. Zudem macht die Architektur der Wallfahrtskirche den Schutz Mariens an diesem geheiligten Ort erfahrbar: Nach Durchschreiten der niedrigen Vorhalle (mit einstigem Blick auf den Gnadenaltar) umfängt den Besucher unvermutet der lichte Kuppelraum mit seinen auf den Menschen abgestimmten Maßen.

Lothar Altmann

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